Nikita Miller - Im Westen viel Neues
Nikita Miller (Foto: Diana Birk)

Als Nikita Miller als Fünfjähriger mit seinen Eltern aus der Ukraine nach Deutschland kam, musste er über die Jahre feststellen: Ein Mensch kann vielleicht die Sowjetunion verlassen, die Sowjetunion aber niemals den Menschen.

Kein Wunder, dass Nikitas Opa nach jahrelangem, rigorosem Duden-Abschreiben heute immer noch kein Wort Deutsch spricht. Die Erwartungen an den Westen waren groß, die Möglichkeiten schienen unendlich. Doch Nikita Miller hat verstanden: Zwischen zwei Kulturen zu hocken, ist furchtbar anstrengend. Die Familie zerrt an der einen, das neue Leben an der anderen Seite.

Also hat er fleißig in seinem Gedankenlabor getüftelt, hier und da etwas zusammengemixt, dort etwas entnommen und über alles ein bisschen Glitzer gestreut. Er hat das Beste aus Deutsch und Sowjet zusammengerührt und gelernt, beide Kulturen mit all ihrer Schönheit und Vielfalt, mit all ihren Marotten und Unannehmlichkeiten, zu lieben und wertzuschätzen. Denn ist es nicht so, dass die Kulturen sich gar nicht so groß unterscheiden? Sind nicht Pelmeni auch nur kleine Maultaschen?

Donnerstag, 16.05.24, 20:00 Uhr, Stadthalle Baunatal